Download der Vorträge

Hier können Sie die Vorträge der 16. Umweltmedizinischen Jahrestagung herunterladen.

Jahrestagung 17. bis 18. November 2017

Großes Interesse an der kurativen Umweltmedizin in Berlin

Es war keine Spur von Fortbildungsmüdigkeit zu spüren. Auch nichts davon, dass sich die jüngeren  Ärzte und Zahnärzte angeblich lieber zu Hause am Laptop in Webinaren fortbilden. Das Umweltforum Berlin war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Mehr als 400 Ärzte, Zahnärzte und interessierte Kollegen aus anderen medizinischen Berufsgruppen kamen am 17. und 18. November zur 16. Umweltmedizinischen Jahrestagung nach Berlin. Beiden Kongressthemen hatten dem Anschein nach den „Zahn der Zeit“ getroffen. Psychischer Stress als Trigger Chronisch-entzündlicher Erkrankungen und Umwelt-ZahnMedizin. Vielen Anwesenden wurde spätestens in der Begrüßungsansprache vom 1. Vorsitzenden des dbu Dr. Frank Bartram klar, dass es hier keineswegs nur um die Theorie geht: „Bei unseren chronisch kranken Patienten ist gerade die Beachtung dieser beiden Problemfelder in der Diagnostik und der kausal orientierten Therapie essentiell“. Selbstkritisch gaben viele ärztlich tätige Kollegen zu, dass die Betrachtung psychovegetativer Krankheitsursachen und zahnmedizinischer Einflussfaktoren trotz des Wissens um deren Bedeutung in der täglichen Praxis oft zu kurz kommen. Schuld daran sind neben Zeitmangel auch „Berührungsängste“ zu diesen komplexen Themen, da wir Ärzte weder im Studium noch in unseren klassischen Fortbildungsprogrammen mit diesen „Randthemen“ eingehend konfrontiert werden oder darin ausgebildet wurden.

Die 15 Referenten der Tagung verdeutlichten an vielen Beispielen, dass die Inzidenz chronisch entzündlicher Erkrankungen in höher entwickelten Industrieländern zunimmt und die Ursachen dafür sehr komplex und vielfältig sind. Umweltfaktoren sind beteiligt aber es sind nicht die selben bei jedem Patienten. Die individuelle Empfindlichkeit bestimmt die Bedeutung der multiplen Einflussfaktoren bei verschiedenen Patienten und auch verschiedenen Erkrankungen. Multiple Reizfaktoren, zu denen auch Allergene, Infektionserreger oder psychische Stressoren gehören, stören die wichtigste Aufgabe unseres Immunsystems, nämlich gegenüber nicht-schädigenden Umweltreizen tolerant zu sein. Die „Immuntoleranz“ wurde in vielen Vorträgen thematisiert.

Dass sie sich zwei volle Tage lang mit Umweltmedizin beschäftigen, wurde einigen Kollegen erst während des Kongresses klar. Leider ist es so, dass viele Mediziner aber auch Behörden und Versicherungsträger unter Umweltmedizin noch immer die eher theoretisch geprägten Fächer Arbeitsmedizin und Hygiene verstehen. Das ist aber nur die präventive Umweltmedizin. Auf der Tagung ging es vom ersten bis zu letzten Vortrag um kurative Umweltmedizin und die findet in jeder Arzt- und Zahnarztpraxis täglich statt bzw. sollte stattfinden. Bei fast allen Vorträgen standen Patienten mit ihren chronisch entzündlichen Krankheitsbildern im Fokus. Auch wenn viel Theorie vermittelt wurde, ging der praktisch-medizinische Aspekt nie verloren. Alle Fachvorträge haben einmal mehr verdeutlicht, dass Umweltfaktoren an der Auslösung und Chronifizierung von entzündlichen Erkrankungen kausal beteiligt sind. Zu den Umweltfaktoren zähen aber keinesfalls nur die Umweltverschmutzung, sondern alle exogenen und endogenen unnatürlichen Einflüsse denen  Menschen insbesondere in hochindustrialisierten Ländern ausgesetzt sind. Auf dieser Tagung ging es deshalb vorrangig aber nicht nur um psychische Stressoren oder um zahnmedizinische Fremdmaterialien. Wer kurative Umweltmedizin betreibt oder lehrt, der muss eben auch über den Tellerrand blicken.

Der Spagat zwischen Grundlagenwissenschaft und Praxis ist den Machern des Programmes und den Referenten wie schon in den Vorjahren bestens gelungen. Viele aus der Praxis kommende Referenten konnten den Ball der universitären Vortragenden aufnehmen und verdeutlichen, dass es durchaus diagnostische und therapeutische Möglichkeiten gibt. Sehr angenehm war, dass die Moderatoren immer ausreichend Zeit für Fragen und Diskussionen einräumen konnten.

Der Kongress war wie schon 2013 und 2015 hervorragend organisiert. Vielen Dank allen Beteiligten für zwei phantastische Tage in Berlin. Wir freuen uns schon heute auf die nächste Umweltmedizinische Jahrestagung in Berlin, die am 8. und 9. November 2019 stattfinden wird.  

 

Eindrücke der Umweltmedizinischen Jahrestagung im Umweltforum

   

   Umweltforum                                                            Vortragssaal

     

   Dr. Frank Bartram                                                     Zahnarzt Lutz Höhne   

   

   Dr. Hans Lechner und Dr. Volker von Baehr                Industrieausstellung  

   

   Vortragssaal                                                              Vortragssaal

   

   Vortragssaal