Download der Vorträge

Hier können Sie die Vorträge der 14. Umweltmedizinischen Jahrestagung herunterladen.

Jahrestagung 13. bis 14. November 2015

Chronische Entzündungserkankungen - Der Darm als Zentralorgan der Inflammation

Insgesamt 358 Ärzte, Zahnärzte und interessierte Kollegen aus anderen medizinischen Berufsgruppen kamen am 13. und 14. November im Berliner Umweltforum zusammen. Das Thema, die chronischen Entzündungserkrankungen im Zusammenhang mit dem Darm zu betrachten, hatte großes Interesse geweckt, ein zu großes für die vorhandenen Räumlichkeiten. Es konnten nicht einmal alle Anmeldungen bestätigt werden.  

Die 16 Referenten der Tagung verdeutlichten an vielen Beispielen, dass die Inzidenz chronisch entzündlicher Erkrankungen in höher entwickelten Industrieländern weiter zunimmt. Die Ursachen der Zunahme sind vielfältig und nur zum Teil verstanden. Umweltfaktoren sind beteiligt. Sie stören die Fähigkeit unseres Immunsystems gegenüber Umweltreizen tolerant zu sein und führen so zu ungewünschten und unkontrollierten  Entzündungsreaktionen. Es ist unsere „moderne Lebensweise“, welche die Immuntoleranz stört und somit lokale und systemische Entzündungsprozesse fördert. Die Referenten haben es geschafft, in Ihren Vorträgen Grundlagenwissenschaft mit der Praxis zu verbinden. 

Der Darm spielt dabei eine bedeutende Rolle. Zum einen ist er selbst bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Reizdarmsyndrom das Entzündungsorgan, zum anderen  „wirken“ Reizfaktoren wie z.B. Nahrungsmittelbestandteile, verschluckte Metalle aus Zahnersatzmaterialien, Weichmacher, Biozide über den Darm. Sie induzieren im Darm-assoziierten Immunsystem entzündliche Veränderungen die sich lokal aber auch systemisch manifestieren. Das intestinale Mikrobiom spielt eine überragende Rolle bei dieser Regulation. Gemeinsam mit der Darmbarrierefunktion und dem sehr komplexen Darmimmunsystem regelt es die wichtige intestinale Grenzflächenfunktion, d.h. die Selektion was aufgenommen wird und was nicht.

Der Spagat zwischen Grundlagenwissenschaft und Praxis ist den Machern des Programmes gut gelungen. Viele Referenten des zweiten „Praxis-Tages“  konnten den Ball der universitären Vortragenden vom Tag 1 aufnehmen und verdeutlichen, dass es diagnostische und therapeutische Möglichkeiten gibt. Sehr angenehm war, dass immer ausreichend Zeit für Fragen und Diskussionen blieb.

 

Prof. Rainer H. Straub, Inhaber des Lehrstuhls für Neuro-Endokrino-Immunologie an der Medizinischen Universität RegelsburgProf. Harald Renz aus Gießen/Marburg, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie