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Die 18. Umweltmedizinische Jahrestagung wirft ihren Schatten voraus

Die Prävalenz chronisch entzündlicher Erkrankungen nimmt zu. Patienten mit Allergien, Autoimmunerkrankungen, chronischen Infektionen sowie entzündlichen Darm-, Haut oder ZNS-Erkrankungen bestimmen unseren Praxisalltag. Egal ob Mediziner oder Zahnmediziner, wir werden uns alle zunehmend mit dem Immunsystem und der systemischen Entzündung befassen müssen.

In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt der Umweltmedizinischen Jahrestagung auf der Pathogenese und auf der Diagnostik. Die praktischen Konsequenzen kamen oft zu kurz, waren meist eher Gegenstand der Diskussionen und der Pausengespräche.

Das soll dieses Mal anders sein. Wir haben Referenten gewonnen, die ihren Fokus auf die vielfältigen therapeutischen Optionen legen, die sich aus den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Studien sowie Laborresultaten in Kombination mit ihrer profunden Praxiserfahrung ergeben. Das Für und Wider jeder Therapieoption muss ohne Denkverbote und trotzdem kritisch diskutiert werden.

Unsere Referenten werden uns darlegen, was dabei wissenschaftlich belegt und was (noch) Hypothese oder praktische Erfahrung ist. Die Auswahl der Referenten zeigt, dass wir dieses schwierige Thema praktisch, ganzheitlich und trotzdem wissenschaftlich betrachten wollen. Seien Sie gespannt auf die Referate und freuen Sie sich mit uns auf die 18. Umweltmedizinische Jahrestagung.

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Ausschreibung: Förderpreis des Deutschen Berufsverbandes der Klinischen Umweltmediziner e. V. (dbu)

Der Förderpreis des Deutschen Berufsverbandes der Klinischen Umweltmediziner* wird für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Klinischen Umweltmedizin verliehen.

Für eine Prämierung kommen Arbeiten in Frage, die sich mit diagnostischen und therapeutischen Fragestellungen oder der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Klinischen Umweltmedizin befassen. Der Preis dient der Förderung insbesonders jüngerer Wissenschaftler und der Unterstützung pharmaunabhängiger angewandter Forschung, die den betroffenen Patienten unmittelbar oder in naher Zukunft helfen wird.

Zurzeit werden jährlich bis zu 5.000,- € zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt.

Die Bewerber reichen bitte bis zum 1. März 2020 eine Originalarbeit in deutscher oder englischer Sprache ein, die bis zu diesem Zeitpunkt publiziert oder zur Publikation angenommen wurde sowie einen tabellarischen Lebenslauf.
Die Jury kann bei mehr als einer eingereichten preiswürdigen Arbeit die Fördersumme teilen. Alle Unterlagen sind als PDF-Dateien, per E-Mail an die Geschäftsstelle des dbu zu schicken.

Bewerbungen per E-Mail an die Geschäftsstelle:  dbu(at)dbu-online.de

*Der Förderpreis wurde gestiftet von Dr. med. Ernst und Doris Spindler aus Stuttgart.

Ausschreibung als PDF-Download

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Prof. Dr. Huber

Am 23. Juni 2017 erhielt Prof. Dr. Wolfgang Huber das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, überreicht durch Frau Theresia Bauer, Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg.

Im Kreis seiner Familie, vieler Freunde, politischer Weggefährten – Wolfgang Huber war über viele Jahre aktiv in die Politik der Stadt Heidelberg eingebunden – und natürlich auch seiner medizinischen Weggefährten und Freunde dankte Frau Bauer Wolfgang Huber für seine Hartnäckigkeit und sein Bestreben, den Menschen sein Bestes zu geben. Sie verwies durchaus auf die politischen Fehler der Vergangenheit und endete ihre Rede mit dem Wunsch, dass es zu hoffen sei, dass viele Ärzte seinem Beispiel folgen.

Dr. Kurt Müller wurde in seiner Laudatio für seinen langjährigen Freund deutlicher, beschrieb den Lebensweg, zeigte die Konflikte auf, mit denen Wolfgang Huber konfrontiert wurde, die er aber im Sinne seiner Patienten und nie für seinen eigenen Komfort löste.

Für Wolfgang Huber war es eine späte Rehabilitation, wurde er in den vergangenen Jahrzehnten doch immer wieder persönlich angegangen wegen seines Engagement in dem von 1991 bis 1993 stattfindenden Frankfurter Holzschutzmittelprozess, wegen einer Politik, die die chronisch kranken Menschen vernachlässigt und psychiatrisiert.

Das heutige Verbot der Anwendung von Holzschutzmitteln in Innenräumen ist nicht zuletzt Wolfgang Hubers Engagement in dieser Frage zu verdanken.

Auch mit 76 Jahren ist Wolfgang Huber immer noch aktiv in seiner Praxis.

Es ist sein Anliegen, die Klinische Umweltmedizin intensiver bekannt zu machen und er fordert gerade von jüngeren Kollegen mehr Engagement im Bereich des Gutachterwesens.

Auch hier legt er den Finger in die Wunde, spricht von Gerechtigkeitslücke, wenn es um die Frage schadstoffbedingter Berufsunfähigkeiten geht. Als unermüdlicher Kämpfer vor Gerichten hat er in den vergangenen Jahren zahllose Patienten vertreten, deren Krankheiten von den verantwortlichen Verbänden ignoriert werden und gerne in den Bereich der Psychiatrie geschoben werden.

Die Ehrung von Wolfgang Huber ist in gewisser Weise auch eine Ehrung der umweltmedizinischen Verbände, in denen Wolfgang Huber über viele Jahre in den Vorständen mitgewirkt hat, und in denen seine Handschrift auch heute noch deutlich zu lesen ist.

Auch wir danken Wolfgang Huber für sein unermüdliches Engagement und freuen uns mit ihm über diese Auszeichnung.

Lutz Höhne | Zahnarzt  -  Umwelt-ZahnMedizin | Dirmstein